Management by Durchwurschteln

In unserer täglichen Arbeit mit Führungskräften direkter Bereiche ist mehr und mehr eine interessante Bewegung wahrnehmbar, die man gut mit dem Begriff »Management by Durchwurschteln« beschreiben kann.

Wenn Zentralvorgaben in der Umsetzung auf das lokal »Machbare« treffen, kommt es nicht selten zu Zielkonflikten. Ein Eins-zu-Eins Realisieren der Vorgaben ist meist nicht möglich, ein Nichtumsetzen keine Option und so bleibt das Mögliche zu tun. So kommt es zu einer Bewegung, die man »Management by Durchwurschteln« nennen kann und die sich, bei näherer Betrachtung, als sehr effizient und effektiv darstellt.

Was ist daran anders?

Dadurch, dass »nur« das Mögliche getan wird, stellen sich schnell Erfolge ein. Das Unmögliche wird bei Seite gelassen und ist meist zur Erfüllung der Vorgaben nicht von Nöten. Stellen sich schnell Erfolge ein, lässt sich über diese gut reden. Die positiven Nachrichten verbreiten sich und die ersten Nachahmer sind bald zu finden.

Mit mehreren kann mehr geschafft werden, insbesondere dann, wenn man sich einig ist. Und so stellt sich alsbald eine veränderte Haltung im System ein. Eine Haltung von Führung, die das Fördern des Könnens und Wollens der Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Eine gewisse »rebellische Haltung« im Sinne von »Wir machen das so, wie wir wollen!« kann man den Beteiligten nicht absprechen. Jedoch ist diese stets funktional und konstruktiv und trägt einem lösungsorientierten Handeln bei. Außerdem: Ein bisschen Rebellion hat noch niemandem geschadet! ;-)

Die Beteiligten zeigen sich im Verlauf selbstbewusster und beginnen die Veränderung aktiv zu gestalten. In ihrem Erleben gewinnen Sie an Handlungs- und Entscheidungsspielraum und zeigen sich aktiv in einer selbstbestimmten Veränderung.

Mikromanagement der darüberliegenden Führungsebenen wird als massiv störend und den Prozess hemmend beschrieben. In der Tat scheint es so, dass diese Form von Führung fast zum Verhinderer zu werden droht. Eine zuvor gewonnene, selbstbestimmte Handlungsfreiheit und autonome Position wird darin erstickt. Über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit lässt sich natürlich vortrefflich streiten.

Warum ist »Management by Durchwurschteln« zu begrüßen?

Es gibt nahezu keine Blindleistung. Bei allen Aktivitäten, die sich in einer solchen, man kann es Initiative nennen, ergeben, steht die Wirksamkeit einer Maßnahme im Vordergrund. Weiterhin sind die Aktivitäten am Ziel ausgerichtet und schaffen es, ein Bindeglied herzustellen zwischen Zentralvorgabe und dem, was dann vor Ort geschieht.

Aktivitäten stellen das Können und Wollen der Menschen in die Mitte, so dass die Beteiligung vieler möglich ist. Darüber hinaus ist eine Veränderung der Kultur bemerkbar, Missstände positiv aufgreifend und lösungsorientiert handelnd.

Was braucht es, um eine solche Bewegung zu initiieren?

Initiieren ist in der Tat schwierig; geht es doch um ein Fördern, ein Unterstützen zum Erfolg und um das Schaffen einer Umgebung in der solch ein Arbeiten möglich ist. Dies ist der »aktive« Teil. Passiv geht es um ein »in Ruhe lassen« bzw. Überlassen der Aufgabe und Vertrauen. Dieser passive Teil ist die Entwicklungsaufgabe für höher gestellte Ebenen. Es geht nicht um Kontrolle! Auch nicht in solch volatielen Zeiten. (Negativ kritisches Eltern-Ich bitte beurlauben!)

Warum das so ist?

Nun: Menschen, wir (alle) sind Menschen und arbeiten mit Menschen!

 

Dieser Artikel wurde in meinem Name am 31. Juli 2012 im Blog der  www.synnecta.de veröffentlicht.

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